Alternative zur Sessionbox bzw. Berliner Noisyrooms

Schlagzeug © Otto Durst - Fotolia.com

Früher gab es in Hamburg mal die Sessionbox in Bahrenfeld. Hier konnte man stundenweise Übungsräume anmieten. Der Fehler war hier vielleicht, dass dort nur ein Band Proberaum existierte. Die restlichen Übungsboxen waren nur für Einzelmusiker oder höchstens Duos. Es gab auch ganz kleine Boxen, die nicht von Schlagzeuger genutzt werden konnten. Eigentlich ist das sehr Schade, dass die Sessionbox nicht mehr existiert, da ich denke, dass der Bedarf an stundenweise oder auch tageweise an zu mietenden Proberäumen immer noch vorhanden ist.

In Berlin gibt es z.B. Noisyrooms. Bei Noisyrooms kann man voll ausgestattete Band Proberäume mieten. Dies geht Stunden oder auch tageweise. Wenn Noisyrooms in Berlin funktioniert, sollte das doch auch in Hamburg funktionierten.

Es ist wirklich Schade, dass von Seiten der Stadt so wenig für Bands getan wird. Es gibt zwar einige Projekte, aber diese konzentrieren sich i.d.R. nur auf Jugendliche. Was ist mit uns erwachsenen Musikern? Was nützt es uns, wenn wir vielleicht das Geld hätten um einen normalen Preis für einen Proberaum zu bezahlen, wenn es aber keine Proberäume gibt die wir mieten können?

Früher wurde der Verein Rockbüro Hamburg auch noch von der Stadt unterstützt. Diese Unterstützung wurde aber irgendwann gestrichen. In dem Zuge sind die Preise für die Übungsräume gestiegen. Die Preise liegen jetzt in etwas auf der Höhe von den Lohmann Bunkern. Die Räume des Rockbüros sind aber nicht so ausgestattet und haben auch keinen Wachdienst.

Wir haben so viel leer stehende Büros, wieso können die nicht als Proberaum genutzt werden. Ich vermute, dass die Auflagen und Bürokratischen Hürden die Eigentümer leer stehende Räume davon abschreckt diese zu Übungsräumen zu bauen. Schade!

Musikerzentrum in Barmbek mit Proberäumen

Frau spielt Bass © stefan_weis - Fotolia.com

Schon länger ist ein Musikerzentrum in Hamburg Barmbek geplant. Nun scheint es langsam konkret zu werden.

Der Baubeginn soll anscheinend Anfang 2013 sein. Hierfür wurde ein Umfangreiche Studie über die Situation von Musikern in Hamburg in Auftrag gegeben. Hier geht es um die finanzielle Situation und auch die Proberaum Situationen. Aus 80 geplanten Proberäumen in 2009 scheinen jetzt nur noch 28 Proberäume geworden zu sein. Es soll auch ein Club und ein Laden geben.

Was ich allerdings nicht verstehe, ist wieso so was jetzt 12,9 Millionen Euro kosten muss. Wir haben so viele leer stehende Büroräume, die man ggf. nur etwas umbauen müsste und schon hätten wir neue Proberäume für Hamburg. Stattdessen werden die vorhandenen Luftschutzbunker von der Stadt verkauft und die Bands kurzer Hand auf die Straße gesetzt.

In der Studie kam auch raus, dass die meisten Musiker einen eigenen Proberaum haben möchten, den sie sich nur mit ein zwei anderen Bands teilen wollen. Stundenweise anmieten kommt nur für einen kleinen Teil von Euch in Frage. Aber was bedeutet das?

Es gibt 28 neue Proberäume und gleichzeitig verschwinden vermutlich genauso viele an einer anderen Stelle in Hamburg.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bunker in der Otzenstraße nach Fertigstellung der Eigentumswohnungen davor wieder mal geschlossen wird ist recht hoch. Das heißt theoretisch können die Bands aus der Otzenstraße dann in dem neuen Musikerzentrum unter kommen und an der Proberaumsituation in Hamburg hat sich mal wieder nichts geändert.

Werden die Räume Stundenweise zu einem fairen Preis vermietet, hätten auf jeden Fall mehr Bands etwas davon. Klar kann man dann nicht sein eigenes Equipment benutzen, aber es würde einfach mehr Musikern die Möglichkeit bieten einen Proberaum 1-2 mal die Woche zu nutzen.

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